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Ein Gipfel im Nebel

Von dem sonnigen 20 Grad des Vortages war an diesem kalten und trüben Montagmorgen nichts mehr zu spüren. Mit gemischten Gefühlen versammelten sich schließlich 20 Wanderer in Baddeckenstedt, um den Brocken mit seinen 1141 Metern zu bezwingen. Die erste Etappe sollte allerdings erstmal im Auto überwunden werden. 3 Volkswagen Transporter und ein Caddy fuhren schließlich zur Mittagszeit Richtung Harz. Auf dem Parkplatz in Torfhaus empfing uns nicht nur ein schneidender und eiskalter Wind, sondern auch ein erster Blick auf den Gipfel. „Was? Soweit müssen wir wandern?“ hörte ich mich selber laut sagen. Ein Anderer sagte scherzhaft „er wartet hier“ und drehte demonstrativ um. Nach dem ersten Schock ging es dann doch geschlossen los. Schließlich sollten es ja „nur“ rund 8 Kilometer bis zum Gipfel sein. Vorbei an Restaurants mit seltsamen Namen und Landschulheimen empfing uns der Wald mit offenen Armen. Immer wieder kreuzten kleine Bäche unseren Weg, die mit ihren felsigen Begleitern eine märchenhafte Amosphäre in den Wald zauberten. Nach einem längeren, ständig ansteigenden Stück im Nadelwald gab es dann auch die erste Pause. Nicht hinsetzen und nr ein paar Schluck trinken, sagte der Bergführer. Es wurde ordentlich gespeist und geruht. Trotz längerem Aufenthalts ging es tatkräftig an die nächste Etappe. Das härteste Stück läge nocch vor uns, riefen ein paar Wanderer, die schon wieder Talabwärts unterwegs waren. Mit dem schlimmsten Stück meinten sie wahrscheinlich eine alte Panzerstraße die aus losen Steinplatten bestand und eine sehr harte Steigung aufwies. Hier trennte sich die Spreu vom Weizen. Wer keine Knieschmerzen bekam, hechtete gleich voraus und wurde mit dem ersten schönen Blick belohnt. Nun empfing uns ein kleiner Weg zur Rechten dei Gleise der Bergbahn und zur Linken eine Panoramalandschaft. Die ersten Selfies wurden gemacht, es sollten nicht die letzten sein. Leider wurde, so höher wir kamen, auch das Wetter immer schlechter. Vereiste Schneehaufen am Wegesrand zeugten von niedrigen Temperaturen. Wieder einmal besann man sich des schönen sonnigen Sonntags vom Vortag. Doch es hilft alles nichts. Der Gipfel will ja nun mal erstürmt werden. Als es dann auch noch zu regnen anfängt heißt es nur: Zähne zusammen beißen und Kapuze überziehen. Zu dem eisigen Wind, dem ständigen stärker werdenden Regen gesellte sich nun auch zunehmend Nebel. Eine fast schon mystische Stimmung herrschte dort oben, wenn aus dem Nebel dann auch noch die historische Bergbahn auftauchte war das „Harry-Potter-Feeling“ komplett.

Brockenwanderung 2017

Noch ein steiles Stück asphaltierte Straße und der im Nebel verborgene Gipfel sollte uns gehören. Ein geisterhafter, fast verlassend wirkender Bahnhof war das erst Gebäude, welches das Ziel unserer Wanderer ankündigte. Weitere im Nebel versunkene Steingebäude tauchten auf. Vom Anstieg erschöpft fanden nur noch wenige Wanderer den Weg zum beschilderten Platz mit dem riesigen Felsen in der Mitte. Alle fanden allerdings ihren Weg in die Gaststube und wurden mit einer zünftigen Portion Pommes Schranke belohnt. Der Rückweg fiel dann doch etwas leichter und die Abkürzung über den Goetheweg sollte mit der spektakulären Ansicht eines Hochmoores belohnt werden. Erschöpft aber zufrieden und auch ein bisschen stolz fanden sich dann Groß und Klein wieder am Parkplatz ein. Und in einem waren sich glaube ich alle einig: nächstes Mal bitte mit sonntäglichem Sonnenscheinwetter.

Markus Heiler